Dres. Buchholz und Kollegen
Fachzahnärzte für Oralchirurgie
Zahnärzte Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie
Praxisklinik, ambulanter OP

Was bedeutet Endodontie?

Die Endodontie befasst sich mit der Behandlung des Zahnmarkes, der sogenannten Wurzelkanalbehandlung, die das Ziel verfolgt Zähne mit massiven Erkrankungen und tiefen Zerstörungen mit modernen Behandlungsmethoden zu erhalten.
Auf den nächsten Seiten möchten wir Ihnen wichtige Fragen zur endodontischen Behandlung erläutern.

 

Warum wird eine Wurzelkanalbehandlung notwendig?

Der gesunde Zahn besteht aus einer Zahnkrone und einer oder mehreren Zahnwurzeln. Im inneren von Zahnkrone und Zahnwurzel befindet sich das Zahnmark, auch Pulpa oder Zahnnerv genannt. Es besteht aus Bindegewebe, Blutgefäßen und Nervenfasern.



Durch äußere Beschädigungen des Zahnes, z. B. durch eine tiefe Karies oder eine defekte Füllung können Bakterien in die Pulpa vordringen. Dort verursachen sie eine mitunter sehr schmerzhafte Entzündung, die das Gewebe zerstört. Dringen die Bakterien noch tiefer in das Zahnmark ein, entsteht an der Wurzelspitze eine Entzündung des Kieferknochens. Die körpereigene Abwehr reagiert auf die Bakterieninvasion mit einem Eiterherd an der Wurzelspitze. Diese Infektion kann Schmerzen verursachen und zusätzlich Auswirkungen auf verschiedene Teile des Gesamtorganismus haben, da sich die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte über den Blutkreislauf verbreiten können.

Die einzige Möglichkeit eine derartige Infektion zu bekämpfen und den erkrankten Zahn dauerhaft zu erhalten ist eine endodontische Behandlung.

Welches Ziel hat eine Wurzelkanalbehandlung?

Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es, das erkrankte Gewebe aus dem Wurzelkanalsystem zu entfernen, die Bakterien abzutöten und das Wurzelkanalsystem zu reinigen. Anschließend sorgt eine dichte Wurzelkanalfüllung dafür, dass keine weiteren Bakterien eindringen können.
Kein Zahn gleicht dem anderen. Das Wurzelkanalsystem eines Zahnes kann äußerst kompliziert sein, da die Wurzelkanäle meist nicht rund, sondern unregelmäßig geformt und in ihrem Verlauf gekrümmt sind. Es können neben Hauptkanälen auch viele kleine Seitenkanäle, sowie Verbindungen, Ausbuchtungen und andere Kanalhindernisse vorhanden sein. Mit herkömmlicher Technik wird in der Regel nur ein Teil des Kanalsystems gereinigt und gefüllt. Teile des feinen Wurzelgeflechtes werden ohne Kontrolle durch Operationsmikroskop nicht vollständig von Bakterien befreit. Es kommt zu einem Misserfolg, indem sich neue Entzündungsherde bilden.
Um dies zu vermeiden, bietet sich die Behandlung bei einem erfahrenen Spezialisten an. Eine Wurzelkanalbehandlung erfordert viel Zeit, Erfahrung und Fachkenntnis..
Das Wissen um moderne Techniken und Methoden sowie eine stetige Weiterbildung ist die Grundlage für einen langfristigen Erfolg.

Wie wird eine moderne Wurzelkanalbehandlung durchgeführt?

1. Klinische Untersuchung und diagnostische Röntgenaufnahme

Zunächst erfolgt eine Untersuchung des Zahnes sowie des Zahnhalteapparates. Sie dient der korrekten Diagnostik der Erkrankung des Zahnmarkes. Die Röntgenaufnahme gibt dem Zahnarzt Anhaltspunkte über die Länge und Krümmung der Wurzelkanäle sowie des Ausmaß der Entzündung an der Wurzelspitze.

2. Schmerzausschaltung

In der modernen Endodontie sind Wurzelkanalbehandlungen auch bei akuten Entzündungsfällen nur äußerst selten schmerzhaft. Es erfolgt eine Lokalanästhesie, die sicherstellt, dass eine schnelle Schmerzfreiheit erreicht wird.


3. Isolierung mittels Kofferdam

Ziel der Behandlung ist die Befreiung des Wurzelkanalsystems von Bakterien. Um zu vermeiden, dass keine neuen Bakterien, z. B. aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, muss der Zahn mit einem Latextuch (Kofferdam) isoliert werden. Dies ist völlig schmerzfrei, ermöglicht ein bakterienfreies Arbeiten und schützt den Patienten vor Verschlucken von Flüssigkeiten, die der Zahnarzt während der Behandlung benutzt.


4. Zugang zum Wurzelkanalsystem

Nach Kariesentfernung wird durch die Zahnkrone eine Zugangskavität zu den Wurzelkanälen angelegt. Oft sind diese aufgrund starker Verkalkung schwierig aufzufinden oder die Kanäle verzeigen sich in der Tiefe des Zahnes. Hierzu wird ein Mikroskop benötigt, um durch Vergrößerung und Ausleuchtung alle Zahnstrukturen darstellen zu können. Die Kanaleingänge werden mit feinem flexiblen Instrumenten vorsichtig ertastet. Die Länge der Wurzelkanäle wird mit einer Röntgenaufnahme und/oder einem elektronischen Messgerät bestimmt.

5. Aufbereitung des Wurzelkanalsystems und Reinigung

Da fast alle Wurzelkanäle mehr oder weniger gekrümmt sind, ist der Einsatz hochflexibler Instrumente für die mechanische Reinigung und Aufbereitung eine Grundvoraussetzung. Sie stehen dem Zahnarzt als Handinstrumente oder motorbetriebene Systeme zur Verfügung. Eine zusätzliche chemische Reinigung der Wurzelkanäle erfolgt mit verschiedenen Spüllösungen. Auf diese Weise wird das enthaltene Restgewebe entfernt und die Bakterien abgetötet.



6. Medikamentöse Einlage

Eventuell erfolgt nach der Aufbereitung eine medikamentöse Einlage im Zahn. Sie sorgt für eine gezielte Abtötung evtl. noch vorhandener Bakterien.

7. Wurzelkanalfüllung

Nach vollständiger Reinigung und Aufbereitung des Wurzelkanalsystems wird dieses in seiner ganzen Komplexität dicht dreidimensional gefüllt. Hierdurch wird eine erneute Besiedlung der Wurzelkanäle durch Bakterien verhindert. Um alle Kanalhohlräume dicht füllen zu können, kommen moderne Techniken auf der Grundlage erwärmter plastifizierbarer Materialien zum Einsatz. Das Ergebnis der Wurzelkanalfüllung wird mit Röntgenaufnahmen überprüft. Die Röntgenaufnahme wird in bestimmten Abständen wiederholt, um die Ausheilung des Entzündungsprozesses an der Wurzelspitze überprüfen zu können.


8. Verschluss der Zugangsöffnung und restaurative Versorgung

Da durch die Behandlung ein ausgeprägter Verlust an Zahnhartsubstanz erfolgt ist, wird der Zahn mit einer adhäsiven (mit Zahnhartsubstanz verklebt) Füllung stabilisiert, die zusätzlich das abgefüllte Wurzelkanalsystem optimal abdichtet. Aufgrund des häufig vorhandenen ausgeprägten Verlustes an Zahnhartsubstanz sind wurzelkanalbehandelte Zähne frakturgefährdeter als gesunde Zähne und sollten daher mit einer Teilkrone oder Krone geschützt werden, so dass Stabilität, Funktion und Ästhetik wiederhergestellt werden können.

9. Wie ist die Lebenserwartung wurzelkanalbehandelter Zähne?

Perfekt wurzelkanalbehandelte Zähne können bei korrekter restaurativer Versorgung, gesunden Zahnhalteapparat, guter häuslicher Pflege sowie regelmäßiger Kontrolluntersuchungen ein Leben lang im Mund verbleiben.

10. Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten hängen unmittelbar von der Schwierigkeit und dem damit verbundenen Zeitaufwand der Behandlung ab. Die Abrechnung dieser individuell erforderlichen Zeit erfolgt daher auf privater Basis nach der gültigen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Grundsätzlich wird vor jeder endodontischen Behandlung ein detaillierter Kostenplan erstellt, so dass für Patienten im Vorfeld eine absolute Kostentransparenz gewährleistet ist und der Anteil der Kostenerstattung durch Versicherungen abgeklärt werden kann.

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