Dres. Buchholz und Kollegen
Fachzahnärzte für Oralchirurgie
Zahnärzte Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie
Praxisklinik, ambulanter OP

Was ist eine Parodontitis.

Die Parodontitis ist eine chronische, entzündliche Infektionserkrankung des zahntragenden Gewebes (Parodont).

Alleinige Ursache sind Bakterien, die sich anfänglich in Form von Belägen und später in Form von Zahnstein auf der Zahnoberfläche absetzen. Verweilen diese Beläge bzw. Zahnstein, führen sie anfänglich zu einer Entzündung des Zahnfleisches und später zur Parodontitis.

Das Anfangsstadium der Parodontitis erfolgt in der Regel beschwerdefrei und daher zumeist unbemerkt. Zuerst beobachtet der Patient meistens Zahnfleischbluten. Erst bei weiteren Fortschreiten, häufig nach Jahren oder Jahrzehnten, bemerkt der Patient oder Zahnarzt Veränderungen in der Funktion und Ästhetik der Zähne und des Parodonts. Der zahntragende Knochen löst sich auf und es entstehen Zahnfleischtaschen angefüllt mit Bakterien. Schließlich treten Zahnlockerungen, Zahnwanderungen, Eiterbildungen und Beschwerden, sowie der Verlust von Zähnen auf.

Faktoren, die den beschriebenen Krankheitsverlauf beschleunigen, sind besonders aggressive Bakterien, eine herabgesetzte Widerstandsfähigkeit des Parodonts verursacht durch Allgemeinerkrankungen (z.B. Diabetes), im besonderen Masse starkes Rauchen und eine mögliche genetische Disposition.

Ca. 75% des Zahnverlustes des Erwachsenen wird durch eine Parodontitis verursacht.

Drei von vier Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens daran.

Die langsam fortschreitende Parodontitis beim Erwachsenen ist die häufigste Form der Erkrankung. Falls rechtzeitig erkrannt, lässt sie sich einfach und erfolgversprechend behandeln.

Die rasch fortschreitende Parodontitisform kann bereits im Jugendalter auftreten. Hierbei entstehen schon nach kurzer Zeit Schäden am Zahnhalterapparat. An dieser schweren Form leiden ca. 10% der Bevölkerung. Die Behandlung ist komplex, aufwendig und die Vorhersagbarkeit der Behandlung ist eingeschränkt, da häufig eine genetische Disposition vorliegt.

Therapie der Parodontitis

Das primäre Ziel ist eine dauerhafte und weitgehende Eliminierung der krankmachenden (pathogenen) Bakterien auf der Zahnoberfläche und in den Zahnfleischtaschen. Dies kann nur durch ein systematisches Vorgehen aller Beteiligten, nämlich dem Patienten selbst, der Prophylaxehelferin und dem behandelnden Zahnarzt erreicht werden.

Dem Patienten fällt die Aufgabe zu eine intensive Mundhygiene durchzuführen, welche individuell auf ihn abgestimmt sein muß. Sie muß überdurchschnittlich intensiv sein, da das Parodont erkrankt ist und muss kontinuierlich und zeitlebens betrieben werden, da die Erkrankung chronisch ist.

Die Prophylaxehelferin hilft und unterstüzt den Patienten. Sie überwacht den Verlauf der Erkrankung in ständiger Rücksprache mit dem behandelnden Zahnarzt. Ihre Aufgabe ist es, den Patienten zu beraten, eine individuelle Mundhygiene mit dem Patienten zu erarbeiten und regelmässig krankmachende weiche und harte Beläge zu entfernen.

Die primäre Behandlung der Parodontitis besteht in der Kürettage der Zahnfleischtaschen um subgingivale Beläge und Konkremente zu entfernen. Der Zahnarzt bestimmt den Therapieplan, führt parodontalchirurgische Eingriffe durch und überwacht im Team mit der Prophylaxehelferin den Verlauf der Erkrankung.

Im Lauf der letzten Jahre sind neue Medikamente und Operationstechniken zur parodontalen Regeneration entwickelt worden. Sie erlauben dem Zahnarzt nicht nur eine Verklebung der Zahnfleischtasche zu erreichen sondern verlorengegangenes Stützgewebe aufzubauen und zu regenerieren. Hierbei können nach chirurgischem Freilegen der Wurzeloberfläche des betroffenen Zahnes Medikamente z. B. Emdogain aufgebracht werden oder Knochenersatzmaterial bzw. eigener Knochen in die Knochentaschen eingebracht und mit einer Membran (Schutzfolie) abgedeckt werden. Diese regenerativen Techniken sind nur bei zwei-bis dreiwandigen Knochendefekten erfolgversprechend. Sie setzen eine optimale Mitarbeit des Patienten voraus und führen bei starken Rauchern nicht zum Erfolg.

Wenn Zähne bereits eine deutliche Lockerung aufweisen, liegt leider meist ein stark geschädigtes Parodontium mit weit fortgeschrittenem horizontalen Knochenverlust vor. Diese Zähne eignen sich nicht mehr für regenerative Techniken. Regenerative Therapien werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und müssen mit dem Patienten privat nach GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) berechnet werden.

Die bakterielle Besiedlung der Zahnfleischtaschen kann mit Bakterientests untersucht werden. Bakterientests können wichtige Informationen liefern um gegebenenfalls zielgerecht zusätzlich antibiotisch zu therapieren.

Laserbehandlung der Zahnfleischtaschen (Antimikrobielle photodynamische Therapie)

Um eine möglichst umfassende Verringerung der bakteriellen Besiedlung der Zahnfleischtaschen zu erzielen, kann therapiebegleitend eine Laserbehandlung der Zahnfleischtaschen, die sogenannte „antimikrobielle photodynamische Therapie" erfolgen.
Nach professioneller Reinigung der Zahnfleischtaschen werden die Bakterien mit einer Farbstofflösung angefärbt und gegenüber Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge sensibilisiert. Anschließend erfolgt die Belichtung mit dem Helbo Theralite Laser, einem Low-Intesitiy-Laser. Durch das Laserlicht werden die Bakterien in kürzester Zeit schmerz- und nebenwirkungsfrei zerstört.

Allgemeinerkrankungen, die durch Parodontitis verursacht werden können.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zahlreiche Hinweise, dass systematische Erkrankungen durch Parodontitis mit verursacht werden können.

Hierzu zählen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Artheriosklerose, Endokarditis, Hirnabszesse, chronisch respiratorische Erkrankungen, Frühgeburtlichkeit, Diabetes mellitus, Osteoporose und akute Arthritis.

Diese Zusammenhänge zeigen die Bedeutung der Behandlung einer Parodontitis für die allgemeine Gesundheit.

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